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Sonntag, 23. September 2018

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Bericht zur weltweiten Ungleichheit

Ungleichheit Piketty Report

Wie groß ist die Ungleichheit? Kaum eine ökonomische Frage wurde in den vergangenen Jahren hitziger debattiert. Angestoßen hatte die Diskussion 2013 der französische Ökonom Thomas Piketty. In seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" kam er zu dem Schluss, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich in den vergangenen Jahrzehnten stark vergrößert habe. Gemeinsam mit gut 100 anderen Wissenschaftlern stellte er erstmals einen "Bericht zur weltweiten Ungleichheit vor". Dieser konstatiert eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, auch in Deutschland.

Piketty-Report über weltweite Ungleichheit

Grundsätzlich deckt sich das Ergebnis mit Pikettys früheren Analysen: Sowohl bei Einkommen als auch Vermögen hat die Ungleichheit demnach in den letzten Jahrzehnten in fast allen Weltregionen zugenommen. Eine von Pikettys zentralen Thesen lautet, dass die Einkünfte aus Kapital in der Vergangenheit meist schneller wuchsen als jene aus Arbeit, was Ungleichheit vergrößerte.

Wie ist die Lage in Deutschland?

Auch für Deutschland konstatieren die Forscher eine zum Teil erheblich gewachsene Ungleichheit. Zu den Gewinnern gehören dabei die Besitzer von Unternehmen, die in Deutschland überdurchschnittlich oft in Familienhand sind. DIW-Forscherin Bartels beobachtete unter anderem eine Korrelation zwischen steigenden Ausfuhren und den Einkommen des obersten Prozents. "Man könnte daraus folgern, dass unser Status als Exportweltmeister vor allem den Topverdienern zugutekommt." Einen schwindenden Anteil am wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland hat die untere Hälfte der Einkommensbezieher. Bei ihr kam laut Bartels in den Sechzigerjahren noch immerhin ein Drittel der Gesamteinkommen an. Mittlerweile ist es nur noch knapp ein Sechstel. - spiegel online -

 

GLOBALE Einkommens-Ungleichheit

Der Bericht zeigt, dass die Einkommensungleichheit in den letzten Jahrzehnten in fast allen Weltregionen zugenommen hat, jedoch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Dass die Ungleichheit im Ländervergleich so unterschiedlich stark ausgeprägt ist – selbst bei Ländern, die ein ähnliches Entwicklungsniveau aufweisen – unterstreicht die bedeutende Rolle, die nationale Politik und Institutionen bei der Ausformung der Ungleichheit einnehmen.

Der Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2018 stützt sich auf eine innovative Methode zur systematischen und transparenten Messung der Einkommens- und Vermögensungleichheit. Mit der Entwicklung dieses Berichts möchte das World Inequality Lab eine demokratische Lücke füllen und verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren die nötigen Fakten an die Hand geben, um informierte öffentliche Debatten zum Thema Ungleichheit zu führen.

Ökonomische Ungleichheit ist weit verbreitet und bis zu einem gewissen Grad unvermeidbar. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass wachsende ungleichheit, sofern sie nicht adäquat beobachtet und angegangen wird, zu verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen führen kann.

Zur Überwindung der gegenwärtigen Beschränkungen stützen wir uns auf eine wegweisende Methode, die auf systematische und transparente Weise alle uns zur verfügung stehenden Datenquellen kombiniert: nationale Einkommens­ und Vermögensberichte (möglichst einschließlich Schätzungen zum Offshore­vermögen), Erhebungen zu Einkommen und Vermögen von Privathaushalten, fiskalische Daten aus Steuern und Vermögen, Daten zu Erbschaften und Vermögen (sofern vorhanden) und Vermögensranglisten.

Die im Bericht vorgelegten Datenreihen stützen sich auf die kollektive Arbeit von mehr als 100 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus allen Kontinenten, die einen Beitrag zur WID.world-Datenbank leisten. Alle auf wir2018.wid.world online verfügbaren Daten sind vollständig reproduzierbar, sodass jeder Nutzer und jede Nutzerin eigene Analysen zum Thema Ungleichheit durchführen und eigene Schlüsse daraus ziehen kann.

Hauptursache der ökonomischen Ungleichheit ist die ungleiche Verteilung von Kapital, das sich entweder in privater oder in öffentlicher Hand befnden kann. Wir zeigen, dass seit 1980 in fast allen Ländern – reiche Industrieländer genauso wie Schwellenländer – riesige Mengen an öffentlichem Vermögen in private Hände transferiert wurden. Während das Volksvermögen also stark gestiegen ist, liegt das öffentliche Vermögen in den reichen Ländern heute nahe Null oder im negativen Bereich. Dadurch verringert sich der Spielraum der Regierungen, der Ungleichheit entgegenzuwirken; in jedem Fall hat es wichtige Implikationen im Hinblick auf die Vermögensungleichheit zwischen Individuen.

Die Kombination aus umfangreicher Privatisierung und wachsender Einkommensungleichheit innerhalb der Länder hat den Anstieg von Vermögensungleichheit unter Individuen verstärkt. In Russland und den USA gab es einen extremen Anstieg der Vermögensungleichheit; in Europa hingegen verlief er gemäßigter. Noch hat die Vermögensungleichheit in den reichen Ländern allerdings nicht wieder das extrem hohe Niveau des frühen 20. Jahrhunderts erreicht.

Wir prognostizieren Einkommens- und Vermögensungleichheit bis 2050 mithilfe verschiedener Szenarien. In einer Zukunft, die von „business as usual“ geprägt ist, wird die weltweite Ungleichheit weiter wachsen. Folgen dagegen alle Länder dem moderaten Ungleichheitsverlauf, wie er in den letzten Jahrzehnten für Europa typisch war, kann die globale Einkommensungleichheit verringert werden – in diesem Fall kann es auch substanzielle Fortschritte bei der Beseitigung der weltweiten Armut geben.

Der weltweiten Einkommens- und Vermögensungleichheit etwas entgegenzusetzen erfordert wichtige Änderungen in der nationalen und globalen Steuerpolitik. Bildungspolitik, Unternehmensführung und Lohnpolitik müssen in vielen Ländern neu bewertet werden. Datentransparenz ist ebenfalls von zentraler Bedeutung.

Daten und Downloads

http://wir2018.wid.world/

 

LINK´s

Bekämpfung der Ungleichheit - Grundeinkommen?
Ungleichheit und Kaputtalismus
Europäisches Forum Alpbach - UnGleichheit

Ohne Grundeinkommen wird es nicht gehen
Elite debattiert über Ungleichheit
Ungleichheit und was wir dagegen tun können
Ungleichheit, Stiftungen und Philanthropy

 

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