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Montag, 18. Dezember 2017

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Vom Wissen zum Handeln

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Eigentlich wissen die Menschen inzwischen genug, um vom Wissen zum Handeln zu kommen und den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft mit weniger Ressourcenverbrauch voranzutreiben. Mit Nudging, dem erinnernden Anstubsen, mit transformationalen Produkten und disruptiven Methoden, mit Info-Apps und Self-Measuring-Tools steht den meisten ein ganzes Arsenal an Handlungshilfen zur Seite. Erleichtern sie die Transformation durch spielerischen Umgang oder sind sie Spielerei mit Rebound-Effekten?

Die Erwartungen sind hoch: Schicke Schlagworte wie Transformationale Produkte, Suffizienzinnovationen und disruptive Technologien erwecken nur allzu leicht das gute Gefühl, dass technischer Fortschritt uns vom Haben zum Handeln führt. Doch endet das in einer wahrhaft nachhaltigen Gesellschaft – oder doch nur in blindem Aktionismus? 

Angesichts von Klimawandel, wachsender Weltbevölkerung und mangelnder Ressourcenreichweite ist offensichtlich, dass wir kürzer treten müssten. Und obwohl Studien bereits nachgewiesen haben, dass dieses „kürzer treten“ – richtig angestellt – keineswegs ein genussfeindlicher, rückwärtsgewandter Verzicht wäre, sondern mit einer Zunahme an Lebensqualität einhergehen kann, tun wir uns – als Individuen und Gesellschaft – nach wie vor schwer, von der Erkenntnis zum Handeln zu kommen.

Den Handlungsbedarf erkennen

Doch zurück zum Anfang: Wie, wann und warum verändern Menschen nun tatsächlich ihr Verhalten? Das Problembewusstsein zu steigern ist dabei einer der kognitiv-affektiven Prozesse, die eine Veränderungsbereitschaft hervorrufen. Oder einfacher gesagt: Wenn Menschen die negativen Auswirkungen ihres Handelns erst klarer erkennen, kann das der erste Schritt sein, um es künftig anders zu machen.  Sicherlich ein Grund, warum das Self-Tracking per Apps, Gadgets und Wearables keine vorübergehende Mode, sondern ein echter Trend ist. Immer mehr Menschen vermessen sich und ihr Verhalten.

Die Macht der Gewohnheit 

Doch wie jeder weiß: Vom Ausprobieren bis zur neuen Verhaltensweise ist es ein langer, oft mühsamer Weg. Wer nicht gerade auf smarte Technologien setzt, die den Menschen die ganze Mühe abnehmen – wie beispielsweise smarte Häuser, Elektrogeräte, Autos oder Apps.

Disruptive Technologien

Doch reichen all die schicken, witzigen, hilfreichen oder auch unterhaltsamen Tools und Apps? So richtig smart ist es doch wohl nicht, wenn eine App lediglich den ohnehin wohlmeinenden und motivierten Umweltschützern das notwendige Übel – sprich den Verzicht und die Einschränkung – in welcher Weise auch immer einfacher macht, oder? Wäre es nicht intelligenter, wir könnten weniger ressourcenintensiv leben, aber genauso gut?

Rebound und sozialer Mut

Ist es also möglich, ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem per Smartphone-Apps und Social Games zu transformieren, das sich selbst über mehrere Jahrhunderte darauf programmiert hat, dass „immer mehr“ gleichbedeutend ist mit „immer besser“?
 

Nein, neue Technologien alleine reichen sicherlich nicht aus, um einen nachhaltigen Wandel zu gestalten – und seien sie noch so disruptiv. Wir brauchen vielmehr die Einsicht, dass Verzicht nicht immer ein Rückschritt ist. Dass ein System, das auf Egoismus setzt und zwischenmenschliche Beziehungen und Solidarität negiert, niemals zu einem wirklich nachhaltigen Lebensstil führen kann. Dass nichts auf unserer Welt separat funktioniert – sondern dass alles mit allem vernetzt ist.


Das zeigt einmal mehr, dass Technik und Innovationen nie nur gut oder schlecht sind – sie sind immer nur das, was wir daraus machen. Zu warten, bis irgendjemand oder irgendetwas uns „nudged“, reicht deswegen nicht – und es macht auch keinen Spaß!

Eine komplette Übersicht der Tools gibt es unter factory-magazin.de/links

Ilona Koglin ist freie Journalistin in Hamburg und schreibt für verschiedene Medien. Außerdem unterstützt sie Unternehmen, Start-Ups und kreative Freischaffende dabei, gemeinsame nachhaltige Visionen zu entwickeln und diese umzusetzen.

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