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Dienstag, 25. April 2017

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Warum Divestment die Welt verändern wird

factory divestment

Das Magazin zum Thema "Divestment". Der Abzug von Investitionen aus der fossilen Energiewirtschaft ist nicht mehr nur eine Graswurzelbewegung – sie ist für viele Investoren längst eine ökonomische Überlebensfrage. Selbst wenn die Summen noch vergleichsweise gering sind, ist der Trend gesetzt: Die „Kohle-Blase“ muss schrumpfen, damit sie nicht platzt. Klimaschutz auf der politischen Agenda angekommen. In ihren nationalen Klimazielen, die dem Paris-Abkommen zugrunde liegen, kündigen viele Länder den massiven Ausbau der Erneuerbaren an.

Schon im Juni 2015 bekannten sich die G7-Staaten bei ihrem Treffen im bayerischen Elmau zur Dekarbonisierung. Im September beschloss die UN-Generalvollversammlung in New York die neuen Sustainable Development Goals, die alle Staaten der Welt zu einer nachhaltigen Entwicklung verpflichten, inklusive Klimaschutz. Allerdings stehen all die schönen Ziele bislang nur auf dem Papier, als gut klingende und gut gemeinte Absichtserklärungen. Sie geben zwar – was nicht unwichtig ist – eine Richtung vor und sie machen allen Beteiligten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar, wohin die Reise gehen soll. Doch keine Tonne Treibhausgas wurde dadurch schon eingespart. Selbst im Energiewendeland Bundesrepublik steigen die Emissionen weiter. Wie man in absehbarer Zeit, oder überhaupt jemals, zur angestrebten Klimaneutralität kommen soll, darauf gibt es bislang bestenfalls wolkige Antworten.

Divestment setzt bei der Wurzel an

Hier kommt nun wieder Bill McKibben ins Spiel. Als der erste Anlauf zu einem neuen Klimaabkommen 2009 in Kopenhagen dramatisch gescheitert war, suchte McKibben nach einem anderen, aussichtsreicheren Ansatz. Statt darauf zu warten, dass die Staaten der Welt sich endlich gemeinsam zur Klimarettung entschließen, fragte er sich, wo der Hebel sein könnte, der eine echte Dekarbonisierung auf den Weg bringt, damit Klimaschutz nicht nur ein Feigenblatt ist, das die weiter steigenden Emissionen weniger deprimierend aussehen lässt. Seine Idee heißt „Divestment“ und setzt wieder an der Wurzel an, diesmal beim Geld. 

Bislang fließen astronomische Summen in den fossilen Sektor und konterkarieren alle Klimaschutzbemühungen. Obwohl bekannt ist, dass Öl, Gas und Kohle die Hauptschuld an der Erderwärmung tragen, wird deren Nutzung massiv subventioniert. Die direkte staatliche Förderung beläuft sich weltweit auf mindestens 500 Milliarden Dollar jährlich. Rechnet man die Kosten der Umweltschäden dazu, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen, kommt man sogar auf 5,3 Billionen Dollar, stellte kürzlich ein Arbeitspapier des Internationalen Währungsfonds fest. Klimafolgenschäden sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

An dieser Stelle setzt die Divestment-Kampagne an. Go Fossil Free will Aktionäre davon überzeugen, nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren, damit klimaschädliche Geschäftsmodelle nicht länger lukrativ sind. „Wenn es falsch ist, das Klima zu zerstören“, heißt es in dem Manifest der Kampagne, „dann ist es falsch, von dieser Zerstörung zu profitieren.“

Distanzierung schwächt die Mächtigen

Damit Investoren sich daran orientieren können, hat die Kampagne eine Boykott-Liste erstellt. Sie enthält die 200 klimaschädlichsten börsennotierten Unternehmen der Welt. In ihrem Besitz befindet sich der Großteil der bekannten fossilen Reserven. Auch der deutsche RWE-Konzern zählt dazu sowie Energieriesen aus den USA, China, Indien, Russland. Je mehr Anleger ihr Vermögen aus diesen Unternehmen abziehen, desto eher wird ein Umsteuern in Richtung Klimaschutz möglich, ist sich 350.org sicher. „Wenn Investoren sich von Kohle- und Ölkonzernen distanzieren, schwächt das ihre soziale Akzeptanz und damit ihre politische Macht“, sagt Melanie Mattauch, die ?350.org in Deutschland vertritt.

Auch in Deutschland ist die Divestment-Bewegung angekommen. Im November 2015 erklärte der Münchner Versicherungskonzern Allianz, kein Geld mehr ins Kohlegeschäft zu stecken. Bisherige Investitionen sollen nach und nach zurückgezogen werden. Die Allianz ist der weltgrößte Versicherer und einer der fünf größten Finanzinvestoren der Welt. Bis zu vier Milliarden Euro hat das Unternehmen bislang in Kohleminen und Kohlekraftwerke gesteckt. Solche Beteiligungen soll es in Zukunft nicht mehr geben. „Das ist ein wirklicher Kulturwandel in Deutschland“, kommentiert das World Resources Institute in Washington die Entscheidung.

 

Mehr Beiträge zum Themenspektrum Divestment, zum Ausstieg aus der Finanzierung fossiler Energiewirtschaft und zum Investment in Erneuerbare Energien, Nachhaltiges Wirtschaften und Bildung gibt es nicht nur online, sondern auch im factory-Magazin Divestment (PDF), das kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Das ist aufwändig illustriert und gut lesbar auf Table-Computern und Bildschirmen, zudem enthält es sämtliche Beiträge und Fotos sowie zusätzliche Zahlen und Zitate.

 

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