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Montag, 18. Dezember 2017

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Wohlstand

agora42

WOHLSTAND – warum hört sich das nach gestern an? Weil sich in Europa angesichts der Krise immer mehr Menschen, gerade auch die jüngeren in den südlichen Ländern, mit einem prekären Dasein anfreunden müssen? Oder weil, andererseits, materieller Wohlstand für viele so selbstverständlich geworden ist, dass sie ihn gar nicht mehr als Wohlstand wahrnehmen?


Beides trifft wohl zu – und doch nicht den entscheidenden Punkt: Wohlstand büßt seine orientierende Funktion ein. Früher war die Welt des Wohlstands noch in Ordnung und alles ganz einfach: Ein Haus war besser als eine Wohnung, zwei Autos waren besser als eins, ein Passat besser als ein Polo, ein Fernseher besser als keiner. Und die nächste Wohnung, das nächste Auto waren besser als die Wohnung und das Auto zuvor. Diese Ordnung funktionierte prächtig und schien einer vernünftigen Logik zu folgen. Das alte Wohlstandssystem war derart ausgeklügelt, dass es nicht einmal erforderlich war, seinen Wohlstand zu genießen. Sobald man ein Wohlstandsziel erreicht hatte, wurde gleich das nächste angepeilt – Orientierung pur. Erst danach ging es um die Frage, ob man das auch wirklich wollte, was man da tat oder sich anschaffte.

Heute stellt man sich diese Frage viel früher. Heute werden die negativen Auswirkungen des Wohlstands reflektiert. Heute ist gar nichts mehr einfach. Ein Haus wird oft als Bürde empfunden, beim eigenen Auto überwiegen immer häufiger die Einschränkungen den Freiheitsgewinn (Parkplatzmangel, Staus, Werkstatttermine, Strafzettel ...) und Fernsehen bedeutet zumeist verlorene Zeit und höhere Stromkosten.

Die Wohlstandswelt ist aus den Fugen geraten und entsprechend wird neue Orientierung gesucht. Nun ist uns aber die ausgeklügelte Logik des Wohlstandssystems – die Wohlstandsziele, die wir anpeilen, und die Art und Weise, wie wir die Dinge untereinander in Verhältnisse setzen – längst in Fleisch und Blut übergegangen. Dies hat den Nachteil, dass das System selbst nicht in Frage gestellt wird. Unwillkürlich verbleibt folglich jeder Versuch, die Verhältnisse wieder in Ordnung zu bringen, innerhalb der Systemlogik. Da das System aber insgesamt im Laufe der letzten Jahrzehnte völlig in Schieflage geraten ist, sind solche Versuche vollkommen sinnlos. Es gibt nichts Vernünftiges im Unvernünftigen. Mit anderen Worten: Wer vernünftig sein will, dem bleibt letztlich nur, das System als Ganzes in Frage zu stellen. Das klingt einfach, bedeutet aber für die meisten Menschen, gerade für die älteren, nicht weniger als einen Heimatverlust: ein Großteil der vertrauten Bezüge, eben die vertrauten Verhältnisse, gehen verloren. Diesem Heimatverlust, und nicht etwa der Umwelt, der sozialen Gerechtigkeit oder dem eigenen Wohlergehen, gilt deshalb immer die größte Sorge.

Man sollte sich also des Risikos bewusst sein, das mit dem Ende des Wohlstands, wie wir ihn kannten, einhergeht. Welche Folgen der Heimatverlust haben wird, ist nicht abzusehen; zumal trotz der fatalen Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte noch nicht einmal ansatzweise der Wille erkennbar ist, eine neue „Verhältnismäßigkeit“ zu etablieren. Dennoch, oder gerade deshalb, sollte man mutig daran gehen, dies zu tun. Quelle: Frank Augustin, agora42, Thema: Wohlstand, Ausgabe 2/2013

Nach der Krise kommt der Wohlstand – zumindest bei der agora42

Wirtschaft und Philosophie zusammenbringen – mit dieser Zielsetzung wurde vor drei Jahren das Magazin agora42 gegründet. Jetzt erscheint die agora42 in neuem Layout und mit geschärftem Profil. Der neue Untertitel „Das philosophische Wirtschaftsmagazin“ macht deutlich, wohin die Reise geht: mitten ins Herz der Wirtschaft, und das mit klarem Verstand.
 
Diesen klaren Verstand zu wahren, ist gerade bei dem aktuellen Thema nicht immer ganz einfach. Werden doch mit  "Wohlstand" Bilder verbunden, die jenseits einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. A propos, wer sagt eigentlich, dass eine Steigerung des BIP irgendetwas mit Wohlstand zu tun hat?
 
Als wir uns für das Thema Wohlstand entschieden, war die nahe liegendste aller Fragen natürlich: „Was ist Wohlstand?“ Um dies herauszufinden, baten wir unter anderem den Volkswirtschaftler Niko Paech, den Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer, den politischen Ökonomen Birger P. Priddat und den Wirtschaftsethiker Ronald Duska darum, Stellung zu folgenden Fragen zu nehmen:


Kann Wachstum unseren Wohlstand retten?
Wozu reich sein?
Ist Wohlstand messbar?
Macht Wohlstand süchtig?
Muss James Bond erwachsen werden?

www.agora42.de

 

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