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Sonntag, 24. September 2017

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Wirtschaft

BASF das nachhaltigste Unternehmen Deutschlands?

© Frank Fendler, Düsseldorf

Mit Unterstützung auch von Seiten der Nachhaltigkeitspresse wie Enorm oder Forum Nachhaltig Wirtschaften ist BASF als nachhaltigstes Grossunternehmen beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis in Düsseldorf nominiert. Und damit in widersprüchlicher Gesellschaft, die sich Green Economy nennt und sich mit ein paar altgedienten Unternehmen aus der Biobranche schmückt, damit wenigstens etwas echtes aus den Anfängen einer grünen Entwicklung mit von der Partie ist. 

"Die BASF SE ist in Sachen Nachhaltigkeit Vorreiter in der Chemiebranche. Jedes der 60.000 chemischen Produkte aus dem Unternehmensportfolio wird auf seinen Nachhaltigkeitsbeitrag untersucht. Auch durch Optimierung von internen Prozessen werden Rohstoffe und Energien effizient eingespart – ein weiterer Beitrag. So zieht sich der Nachhaltigkeitsgedanke durch alle Glieder der Wertschöpfungskette: von der Ressourcenschonung in der eigenen Produktion bis zur effizienten Anwendung der Produkte beim Kunden."

Spitzenleistungen bei der Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen der Zukunft. Sie sind wichtige Impulsgeber auf dem Weg zu einer Green Economy.

Eine Anekdote am Rande ist die Schirmherrin der Veranstaltung, die mit einer Abbildung auf den Webseiten der Veranstalter vertreten ist, das Symbolkraft für den ganzen Event bescheinigt: Das Porträt von Frau Dr. Merkel ist derart bearbeitet, ein Foto wie aus einer anderen Welt. Schein und Sein im grünen Gewand >> www.nachhaltigkeitspreis.de (nach unten scrollen)

Wie kann es sein dass sich Presseorgane wie Enorm, Natur und FNW, die sich selbst als die Engel der Green Economy sehen, so unreflektiert mit dem Event und seinen Protagonisten auseinandersetzen? VW als einer der Hauptsponsoren hat sich durch das Dieselgate Desaster als Komplettversager in Sachen CSR gezeigt. Partner des Events sind z.B.: CocaCola, Nespresso, Henkel oder auch Unilever. Der Biopionier "Lebensbaum" ist einer der wenigen Gründerunternehmen aus der Biobranche, die als nachhaltig zu werten sind, und wirken irgendwie deplatziert. Doch auch in der Biobranche herrscht Ernüchterung, weil die alte Garde zwar immer vor Gefahren der traditionellen Unternehmen gewarnt hatte, weil REWE und Co. Bioprodukte als Lockmittel in die Regale brachte. Aber Innovation gab es in der Branche selbst auch nicht, z.B. sich ein eigenes digitales Vermarktungsdach zu schaffen, ein eigenes Zalandoland. Nun rennen altgediente Mitstreiter aus Verzweiflung zu Amazon über, weil sie wichtige Impulse versäumt haben.

Allerdings haben sich in der Vergangenheit auch kleine Initiativen lautstark vor den Karren spannen lassen, so z.B. Karmakonsum, hier scheint der Name Programm zu sein, mit Karma und Yoga auf der einen Seite und der zweite Teil heisst Konsum. Allen Warnungen zum Trotz hat es die Industrie geschafft, die Zügel zum Thema Nachhaltigkeit + CSR unter ihre Dominanz zu bringen und damit ihre getarnten Geschäftsmodelle (Greenwashing) unter die Fahne der Green Economy.

VW Skandal: Was bedeutet CSR insgesamt noch?

Der Emissionsbetrug-Skandal bei Volkswagen zeigt nur die Spitze des Eisbergs, denn es geht nicht nur um VW und Audi, sondern mehr oder weniger um alle Autohersteller. Und was noch unter der Wasseroberfläche durchschimmert, es geht um das Verständnis, die Glaubwürdigkeit und den Status-Quo von CSR (Corporate Social Responsibility), und der Glaubwürdigkeit von Kommunikation der Wirtschaftswelt schlechthin. Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit, aber nicht nur.

Die CSR-Bewegung ist das wachsende Bewusstsein gegenüber der natürlichen Umwelt und definiert die Verantwortung gegenüber Stakeholdern und Aktionären, einschließlich der Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern sowie lokalen und internationalen Gemeinschaften, in denen sie tätig ist.

Die ebenfalls betroffene VW-Tochter Audi war Werbepartner mit Sponsoring der 67. Emmy Awards zum Audi A3 Sportback E-Tron und zwei neuen TV-Spots während des Award-Wochenendes in den USA, mit einem unterhaltsamen Online-Video zum Klimawandel der Muppet-Show. Die NFL-Football-Fans wurden mit einem anderen Unternehmens-Werbespot unter dem Titel "Vorsprung durch Technik" berieselt.

Das Motto der VW-Marke in Nordamerika lautete: Ist es nicht Zeit für deutsche Ingenieurskunst?

Es hat sich in vielen Jahren der Nachhaltigkeits-Entwicklung gezeigt, dass die Bemühungen um CSR wie befürchtet, sich mehr auf Papier und Kommunikationkonzepten oder auf den vielen Kongressen dieser Welt abspielen, als in konkreten Umsetzungen und Ergebnissen. Der von Frau Merkel gegründete "Rat der Nachhaltigen Entwicklung" z.B. ist so ein Papiertiger, mit echten Inhalten aber ohne Wirkung, da diese vorgeschobene PR-Maschinerie nur Kommunikations-Aufgaben betreibt. Werbeindustrie > Trust me I am Lying

Dieser "Fall" von VW sollte daher eine deutliche Warnung und Botschaft an alle Unternehmen sein. Egal wie gut ihr Storytelling ist, egal, wie hoch ihre Ziele sind, die Menschen wollen reale Ergebnisse und positive Wirkung der abgegebenen Versprechen.

Es ist Zeit für Unternehmen, sich weniger auf Rankings zu konzentrieren, weniger auf Plattitüden und weniger PR-Geplapper oder positive Presse und sich ihre Berater und Strategen nochmals gründlich ansehen und diese Form der Kompetenz überprüfen. Ehrlichkeit, Transparenz und Authentizität wird nicht nur das Vertrauen der Öffentlichkeit gewinnen, sondern auch Kunden und eine stärkere seriöse und nachhaltige Gesellschaft auf lange Sicht. Neben der Digitalen Transformation sind intensivere Massnahmen zu einer neuen Firmenkultur die wichtigsten Faktoren der Unternehmensentwicklung. CSR hat dabei nicht mehr die zentrale Bedeutung wie bisher.

UN-Gipfel 2015: Universelle nachhaltige Agenda für die Menschheit

Transforming our world: Diese "2030 Agenda for Sustainable Development", oder Universelle Agenda für die Menschheit wie sie auch offiziell lautet, beinhaltet 17 Nachhaltigkeitsziele und 169 Entwicklungsziele, hier nachzulesen. Ein Aktionsplan, der bis 2030 für Menschen, Umwelt und Wohlstand umgesetzt werden soll. Merkwürdig dabei ist, dass kaum ein Mensch von diesen wunderbaren Inhalten der Botschaft je gehört hat, schliesslich haben wir alle unsere Verantwortung an unsere politische Führung mit einem Kreuz auf dem Papier AB-gegeben. Doch nicht nur Kapitalismuskritiker sehen das ganze Vorhaben als eine gigantische Strategie unter dem Deckmantel der Rettung von Umwelt, Armut und Wohlstand. Und was hat die deutsche Bertelsmann-Stiftung und das Thema TTIP sowie ihre gerade vorgelegte Nachhaltigkeits-Studie damit zu tun? Mehr...

Warum die Konsum-Party vorbei ist

Chandran Nair gründete 2005 das Global Institute For Tomorrow, einen Thinktank in HongKong, der ökonomisches Denken mit sozialem Engagement verbindet. Sein Buch "Der große Verbrauch" ist eine Fundamentalkritik des westlichen Wirtschaftsmodells. Trotzdem wird er als Referent nach Davos eingeladen oder zum "Global Economic Symposium". Was spricht gegen Software-Ingenieure? Wir haben in Asien inzwischen mehr Software-Ingenieure, als wir brauchen. Und, zum Beispiel in Indien, mehr Telefone als Toiletten. Die Business-Schulen lehren, dass Innovation, Technik und natürlich Demokratie die Probleme der Welt lösen. Das ist eine Lüge. Wir müssen einsehen, dass die Welt ein ziemlich überfüllter Platz ist und wir uns darin anders verhalten müssen. Die Ideologie vom freien Markt lässt den Menschen in der reichen Welt die Illusion, ihr Lebensstil sei in Ordnung. Mehr...

Das ist der Deutsche Nachhaltigkeitspreis.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben, über 800 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den Abschlussveranstaltungen ist die Auszeichnung die größte ihrer Art in Europa.

Der Preis wird seit 2008 jährlich vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Die Prämierung vorbildlicher Akteure und Projekte will den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützen. Sie zeigt, wie „Sustainability made in Germany“ erfolgreich den Herausforderungen der Nachhaltigkeit begegnen und gleichzeitig Wettbewerbschancen eröffnen kann.

Die Auszeichnung wird am 27. November 2015 in Düsseldorf verliehen.

 

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