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Sonntag, 25. Juni 2017

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Umgang mit dem Scheitern

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Vom Umgang mit dem Scheitern in einer erfolgsorientierten Welt. Einerseits ist das Scheitern allgegenwärtig. So sind über 40.000 Insolvenzen jedes Jahr und trotz wirtschaftlichen Aufschwungs immer noch über 3,5 Mio Arbeitslose zwei Belege vielfachen wirtschaftlichen Scheiterns. Und über 200.000 Ehescheidungen und viele Familien, deren Mitglieder sich untereinander längst fremd geworden sind, sind wiederum nur zwei Hinweise auf vielfaches soziales Scheitern.

Und in vielen anderen Lebensbereichen ist das Scheitern ein alltägliches Geschehen. Leider ist es auch ein Tabuthema. Denn wer in dieser erfolgsorientierten Welt zugibt, an irgendeiner Stelle gescheitert zu sein, wird gleich zum Menschen zweiter Klasse abqualifiziert. Das Scheitern wächst sich zur persönlichen Katastrophe aus, zumal es nur allzu oft geschieht, dass ein einmal Gescheiterter keine zweite Chance mehr bekommt. In diesem Umfeld einen produktiven Umgang mit dem Scheitern zu erlernen, ist eine Anforderung, die offensichtlich viele Menschen überfordert.

Die Folgen sind vielfältig. Zum einen führt das weit verbreitete Gleichsetzen von Scheitern mit „persönliche Katastrophe“ zu dem Sicherheitsdenken, wie es nun einmal zwischen Flensburg und dem Bodensee so ausgeprägt vorhanden ist. Wenn einem, der beispielsweise einmal mit einer Geschäftsidee gescheitert ist, danach gleich jedes Vertrauen von Banken und potentiellen Kunden entzogen wird, dann ist klar, dass dem Wert „Sicherheit“ eine höhere Bedeutung zukommt, als wenn die vorherrschende Stimmung eher von Ermutigungen nach dem Motto „Try again“ geprägt ist.

Die Tabuisierung des Scheiterns hat aber auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen; denn Scheitern ist auch ein Synonym für das Erleben größter Stressmomente. Stressmomente, die zu den bekannten körperlichen Folgeerscheinungen von Schlaflosigkeit über Bluthochdruck bis zu Herzrasen und Migräneanfällen führen können. Der dramatische Anstieg an Burnoutbetroffenen hat eine wesentliche Ursache auch in diesem Defizit. {xtypo_quote} Was also dringend Not tut, ist, dass wir zu einer neuen Kultur des Umgangs mit dem Scheitern kommen.{/xtypo_quote} Dabei geht es keinesfalls um eine Überhöhung des Scheiterns oder gar um eine Glorifizierung des Misserfolgs. Es geht vielmehr darum, dass das Scheitern nicht weiter tabuisiert, sondern als Normalfall (!) des Lebens akzeptiert wird. Erst dann sind auch grundsätzlich erfolgsorientierte Menschen in der Lage, das Scheitern als das zu nehmen, als das es immer einen Nutzen bringen kann: als Auslöser eines Lernprozesses.

Viele Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen haben in der Nachbetrachtung ihr eigenes Scheitern als Humus für neues Wachstum erkannt. Aber bevor Neues wachsen kann, muss Altes absterben, wie es schon in der Bibel heißt. Wie auch immer, größte Chancen, aus dem Scheitern gestärkt hervorzugehen, hat, wie schon viele Studien nachgewiesen haben, immer der, der dem Scheitern eine Form von Sinn zu verleihen vermag. Deshalb ist eine Beschäftigung mit der Frage nach dem Sinn des eigenen Tun und Lassens von großer Bedeutung - nicht nur aber auch für eine produktive Verarbeitung des Scheiterns. Klar ist dabei allerdings eines: eine Sinngebung, die in der eigenen Arbeit nicht mehr sieht, als den individuellen Beitrag zur Steigerung des Betriebsergebnisses, wird dies nicht leisten können.

Markus Frey ist Coach und Trainer und als solcher Stress-Experte und Fachmann für Burnout-Prävention.
Siehe auch: Über die Notwendigkeit des Scheiterns

 
 

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