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Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Bewusstsein als Schlüssel für Wandel

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Eisenstein

Mehr als jeder anderen Spezies ist den Menschen die Kraft gegeben, unsere Umwelt zu manipulieren und die Fähigkeit, Wissen zu akkumulieren und über Generationen weiterzugeben. Die erste dieser Gaben nennen wir Technologie; die andere nennen wir Kultur. Sie sind zentral für unser Menschsein. Trotz der Wunder, die wir erschaffen haben, teilen die Menschen über das ideologische Spektrum hinweg, von christlichen Fundamentalisten bis hin zu ökologischen Aktivisten, die Vorahnung, dass sich die Welt in ernster, wachsender Gefahr befindet.


Die Renaissance der Menschheit

Über die große Krise unserer Zivilisation und die Geburt eines neuen Zeitalters

Einstweilige und umgrenzte Verbesserungen können die offensichtliche Fehlgeleitetheit nicht verbergen, die das Gewebe der Gesellschaft, wie auch oft unser persönliches Leben selbst durchdringt. Mögen wir uns in jedem auftretenden Problem und jedem vorhersehbaren Risiko auch behelfen, eine grundlegende Unruhe verbleibt doch. Ich beziehe mich hier einfach auf dieses Gefühl:
„Irgendetwas stimmt hier nicht.“
Heilige und Mystiker haben uns seit tausenden von Jahren zu lehren versucht, in welcher Täuschung wir uns selbst verfangen haben. Diese Täuschung bewirkt unausweichlich Leiden, und schließlich eine Krise, die nur aufgelöst werden kann durch einen Zusammenbruch, eine Preisgabe und eine Öffnung gegenüber einem Seinszustand jenseits der bisherigen Selbstbeschränkung.

Sobald diese planetarische Krise in unser individuelles Leben eindringt, wird unvermeidlich weder die persönliche noch die kollektive Fehlkonzeption darüber, wer wir sind, haltbar bleiben. Die eine spiegelt die andere: in ihrem Ursprung, ihren Folgen und ihrer Lösung. Aus diesem Grund verknüpft dieses Buch die Erzählung über die Trennung der Menschheit von der Natur mit der Erzählung über die individuelle Entfremdung vom Leben, der Natur, dem Geist und dem Selbst.  

Wenn all das wahr wäre –über die ökologische Zerstörung, den Genozid, die hungernden Kinder und die ganze Litanei über bevorstehende Krisen – wäre dann nicht alle Welt in Aufruhr darüber? Die Normalität des Lebens um mich herum hier in den USA sagt mir: „Es kann doch nicht so schlimm sein

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Wenn das Leben und die Welt eben "Nur Das" sind, haben wir keine andere Wahl, als das beste daraus zu machen: effizienter zu sein, größere Absicherung zu erzielen, die Unsicherheiten des Lebens unter Kontrolle zu bekommen. Es gibt Stimmen, die auch hierzu sprechen. Sie sind die Prediger der Technologie und der Selbstverbesserung, die uns dazu drängen, die menschlichen Gegebenheiten dadurch zu verbessern, dass wir uns grundsätzlich mehr anstrengen. Mein innerer Prediger sagt mir, ich solle mein Leben unter Kontrolle bringen, täglich trainieren, meine Zeit effizienter organisieren, auf meine Ernährung achten, disziplinierter sein, mehr versuchen, eine gute Person zu sein. Auf der kollektiven Ebene sagt die gleiche Einstellung, dass vielleicht schon die nächste Generation materieller und sozialer Technologien – neue Arzneien, bessere Gesetze, schnellere Computer, Solarenergie, Nanotechnologie – schließlich Erfolg haben wird, unser Schicksal zu verbessern. Wir werden effizienter, intelligenter, fähiger sein und letztendlich das Leistungsvermögen haben, die alten Probleme der Menschheit zu lösen.

Heute klingen diese Stimmen für mehr und mehr Menschen hohl. Wörter wie „High-Tech“ und „modern“ verlieren ihr Ansehen, da eine Vielzahl von Krisen auf unserem Planeten zusammentreffen. Wenn wir Glück haben, können wir, zumindest für eine Zeit, verhindern, dass diese Krisen in unser persönliches Leben eindringen. Nun jedoch, da sich der Zustand der Umwelt weiter verschlimmert, sich die Arbeitsplatzsicherheit verflüchtigt, sich die internationale Situation verschlechtert, neue unheilbare Krankheiten auf der Bildfläche erscheinen, sich die Geschwindigkeit von Veränderungen beschleunigt, erscheint es unmöglich, sich beruhigt zurückzulehnen. Die Welt richtet sich immer stärker am Wettbewerb aus, wird gefährlicher, ermöglicht immer weniger ein einfaches Leben, und Sicherheit ist nur noch mit immer stärkerer Anstrengung zu erlangen. Und selbst wenn vorübergehende Sicherheit errungen wurde, lauert eine latente Angst innerhalb der Festungsmauern, eine stumme Besorgnis im Hintergrund des modernen Lebens. Es durchzieht die technologische Gesellschaft und intensiviert sich mit der Beschleunigung des technologischen Fortschritts. Wir fangen an, die Hoffnung aufzugeben, da unsere Lösungen – neue Technologien, neue Gesetze, mehr Ausbildung, größere Anstrengungen – unsere Probleme nur noch zu verstärken scheinen. Für viele Aktivisten macht nun Hoffnungslosigkeit der Verzweiflung Platz, da die Katastrophe trotz ihrer Bemühungen immer näher rückt.


Technologie ist nicht nur gegründet auf einer konzeptuellen Trennung von der Natur, sondern sie verstärkt diese Trennung gar. Technologie distanziert uns von der Natur und isoliert uns von ihren Rhythmen. Beispielweise ist das Leben der meisten US-Amerikaner wenig beeinflusst von den Jahreszeiten.

 

Wir sehen uns mit einem Paradoxon konfrontiert. Auf der einen Seite sind Technologie und Kultur grundlegend für die Trennung der Menschen von der Natur. Diese Trennung ist die Wurzel der zusammentreffenden Krisen des gegenwärtigen Zeitalters. Auf der anderen Seite versuchen Technologie und Kultur explizit, die Natur zu verbessern: das Leben einfacher zu machen, sicherer und komfortabler. Wer könnte leugnen, dass der erste Grabestock eine Verbesserung gegenüber der Verwendung von Händen und Fingernägeln darstellte, dass Feuer uns warm hält und Medizin gesünder als im primitiven Daseinszustand in der Natur? Oder zumindest ist es das, worauf Technologie abzielt. Aber haben wir die Welt tatsächlich besser gemacht? Wenn nicht, warum hat dann die Technologie nicht ihr angestrebtes Ziel erreicht?

Noch einmal: Wie kann eine Serie schrittweiser Verbesserungen eine Krise ergeben?

Obwohl ich die allgemein wachsende Befürchtung eines bevorstehenden Zusammenbruchs unserer Zivilisation bestätige, ist das enorme Elend und die Zerstörung, die wir hervorgebracht haben, trotzdem nicht umsonst gewesen. Schaut euch die New Yorker Skyline oder eine Vergrößerung eines integriert Schaltkreises an: Kann das alles umsonst gewesen sein? Kann die unglaubliche Komplexität, die grimmige Aktivität und die enormen Kenntnisse der Wissenschaft unserer Zivilisation eine bloßes, um Shakespeare zu zitieren, „Geräusch und eine Raserei, das nichts bedeutet“ sein?

Dieses Buch offenbart die Vergeblichkeit, die Betrügerei und schließlich die Haltlosigkeit des Programms der Kontrolle der Welt, sie zu benennen, sie in Zahlen zu fassen sie zu kategorisieren und sie zu besitzen, die Natur und die menschliche Natur zu überschreiten. Auf diese Weise entblößt wird das Programm seinen Zugriff auf uns lösen, so dass wir es loslassen können, bevor es die allerletzten Überreste des Lebens und der Schönheit auf Erden verzehrt. Die umfangreichen wissenschaftlichen Kapitel sind dafür gedacht, Sie zu überzeugen, dass die mechanistische, objektive Welt des diskreten und abgetrennten Selbst keine Realität sondern eine Projektion ist, ein bloßes Bild unserer eigenen Verwirrung.

Der Aufstieg der Menschheit ist nicht bloß eine weitere Kritik an der modernen Gesellschaft, und die Lösungen, die ich auslote, sind nicht im Sinne eines „wir sollten dies tun“ und eines „wir sollten dies unterlassen“ gedacht. Wer zum Henker ist überhaupt „wir“? Sie und ich sind nur Sie und ich. Deshalb ist so vieles im politischen Diskurs (über das, was „wir“ tun müssen) so entmutigend; deshalb verspüren so viele Aktivisten eine solche Verzweiflung, solche Verzagtheit. Sie und ich, so sehr wir auch einer Meinung seien, sind nicht das „wir“ der kollektiven Tat, wie in „wir müssen mit mehr Nachhaltigkeit leben“ oder „wir müssen diplomatisch vorgehen“. Ich finde bei vielen Leuten Zuspruch für meine Intuition über die Verkehrtheit des Lebens und der Welt, wie wir sie kennen, doch ist ihre Antwort nicht ermächtigende Empörung, es ist Verzweiflung, Hilflosigkeit und ein Gefühl der Machtlosigkeit. Was kann eine Person ausrichten? Tatsächlich sind diese Gefühle auch Symptome derselben Trennung hinter all unseren Krisen. Wenn ich ein diskretes und abgetrenntes Individuum bin, dann macht alles, was ich tue, kaum einen Unterschied. Aber diese Logik gründet sich auf eine Illusion. Wir, –Sie und ich– sind tatsächlich machtvoll jenseits der Vorstellungskraft.

Da die Illusion der Abgetrenntheit bröckelt, ist die Alternative, die ich anbiete, praktisch, natürlich und in der Tat unvermeidlich. Der Ruin und die Gewalt des gegenwärtigen Zeitalters versinnbildlichen keinen unabänderlichen „menschlichen Zustand“. Sie stammen ab von einer Verwirrung über das Selbst und die Welt, einer Verwirrung, die verkörpert ist in unseren grundlegenden wissenschaftlichen und religiösen Prinzipien und die in jedem Aspekt des modernen Lebens Anwendung findet, von der Politik über die Wirtschaft, die Medizin und die Bildung. Soziale Zerstörung und Umweltzerstörung sind eine unvermeidliche Konsequenz dieser Weltsicht, so wie Verjüngung und Ganzheit die Folge einer anderen Weltsicht waren und sein werden, einer Weltsicht, die ihre Wurzeln schon in primitiver Kultur und Religion hat und die unentrinnbare und doch vordem im allgemeinen unvorhergesehene Folge der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts ist.

Dies Material ist eine Übersetzung der englischsprachigen Online-Version von The Ascent of Humanity.

Der Autor Charles Eisenstein

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