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Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Reisen Bio-Kunden anders?

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VERBRAUCHER INITIATIVE untersucht die Rolle bewusst Konsumierender als Trendsetter für nachhaltiges Reisen. Nicht einmal ein Prozent der in Deutschland gebuchten Reisen gelten als besonders umwelt- und sozialverträglich. Mangelnde Information und Transparenz des Angebots sind wichtige Hemmnisse im nachhaltigen Reisemarkt – so die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung der FH Eberswalde im Auftrag der VERBRAUCHER INITIATIVE.

Die These, dass für Verbraucher allein der Preis zählt, greift eindeutig zu kurz,“ erläutert Umweltreferent Ralf Schmidt-Pleschka eines der Ergebnisse der Verbraucherbefragung. Gerade regelmäßige Käufer von Bio-Produkten zeigten sich besonders interessiert an einer umweltgerechten Unterkunft und Bewirtung sowie an einer intakten Natur und der Begegnung mit fremden Kulturen.
Allerdings klafft auch bei diesen bewusst konsumierenden Verbrauchern eine Lücke zwischen Wissen und Handeln. So reisen bewusst Konsumierende häufiger in ferngelegene Urlaubsorte; 54 Prozent nutzen dafür das Flugzeug. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Je bewusster das alltägliche Einkaufsverhalten desto größer die Bereitschaft, mehr für Umweltschutz und soziale Verträglichkeit am Urlaubsort zu zahlen.

Die Befragung machte erhebliche Informationslücken deutlich. So kennt fast die Hälfte der befragten Bio-Kunden keines der im Tourismus genutzten Umweltsiegel, und nur ein Drittel hat von der Möglichkeit gehört, Klimaschäden von Flugreisen durch Zusatzzahlungen für Klimaschutzprojekte zu kompensieren. „Der mangelnde Informationsgrad über konkrete Angebote stellt eindeutig eine Handlungsbarriere für bewusst konsumierende Verbraucher dar“, erklärt Barbara Nusser von der FH Eberswalde.

Die VERBRAUCHER INITIATIVE schließt aus der Studie, dass die Beratungs- und Informationsarbeit zu nachhaltigem Tourismus wesentlich verstärkt werden muss. Vor allem bedarf es nachvollziehbarer und überprüfbarer Kriterien für nachhaltige Reiseangebote. Der Verband fordert deshalb die Weiterentwicklung und Zusammenführung bestehender Tourismus-Label.

 

Es folgt ein Auszug mit einem Ausblick der Studie: 

Nachhaltiges Reisen braucht feste Konturen
 
•  Im Vergleich zum Biolebensmittel-Markt ist der nachhaltige Tourismusmarkt unübersichtlich, da Reiseangebote ein komplexes Gebilde aus verschiedenen Dienstleistungen sind, etwa Anreise, Unterkunft, Aktivitäten vor Ort oder Verpflegung. Die Herausforderung besteht darin, trotz der Vielfältigkeit die besondere ökologische und soziale Qualität der Angebote deutlich und nachprüfbar zu machen, um Verbrauchern die Möglichkeiten einer nachhaltigen Ausgestaltung der Reise konkret zu verdeutlichen. Die Weiterentwicklung bzw. Zusammenführung bestehender Tourismus-Label wäre dazu ein wichtiger Schritt.

•  Nachhaltiges Reisen braucht individuellen Nutzen
Die persönlichen Vorteile nachhaltigen Reisens müssen verdeutlicht und Vorurteile, wie z.B. „ich darf nicht mehr fliegen“ aufgeklärt werden. Nachhaltiges Reisen muss mit einem individuellen Mehrwert gegenüber konventionellen Reisen  besetzt werden, etwa Wohlbefinden, Qualität, Fairness, persönliches Erleben, Naturverbundenheit. Es ist außerdem von Bedeutung, dass umwelt- und sozialverträgliches Reisen von glaubürdigen Organisationen und Multiplikatoren propagiert wird.

•  Nachhaltiges Reisen braucht Öffentlichkeit. Nachhaltige Reiseangebote sollten durch eines oder wenige glaubwürdige Label erkennbar sein. Bei der zielgruppengerechte Information geht es nicht nur um die Werbung für konkrete  Angebote, sondern auch um die Vermittlung der positiven Wirkungen nachhaltiger Tourismusangebote und eine unabhängige Information über Handlungsmöglichkeiten Einzelner. Die Studie empfiehlt hier neben der Vermittlung über Informations- und Beratungsangebote in Printmedien und Internet auch die Entwicklung interaktiver Formen, etwa Virales Marketing. Durch eigene Berichte, Forenbeiträge, Bilder oder andere Medien können Nutzer nachhaltiger Reiseangebote Vorurteile abbauen und andere animieren, sich ebenfalls nachhaltig auf die Reise zu begeben.

Quelle: Bundesverband - www.verbraucher.org

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