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Mittwoch, 18. Oktober 2017

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Design für eine Umwelt mit Zukunft

Was bedeuten diese großen Worte konkret? Nähern wir uns den Begriffen Ökologie und Design einmal ganz pragmatisch:
Ökologie im klassischen Sinne bedeutet „Die Lehre von den Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt“ (Ernst Haeckel, 1866), im erweiterten Sinne kann dies begriffen werden als die Lehre davon, „wie alles mit allem zusammenhängt“.

Die Ökologie, zunächst also eine reine Naturwissenschaft, steht heute aufgrund der mittlerweile bekannten Umweltproblematik im Brennpunkt verschiedenster Interessen. Sie leistet damit Hilfestellung für politische und wirtschaftliche Entscheidungen in unserer Gesellschaft und bewegt sich daher aus dem rein naturwissenschaftlichen und wertneutralen Bereich heraus.
Wie alles mit allem zusammenhängt... das heißt alles in dieser Welt, jedes Handeln, jede Kommunikation, jeder Eingriff in die Welt hat eine Auswirkung auf das gesamte System. Nichts existiert getrennt voneinander. Ökologisches Design bedeutet demnach zum einen ein Bewusstwerden über die Auswirkungen der eigenen Kommunikation und Gestaltungsleistung auf dieser Welt, zum anderen fordert diese Sichtweise auf, aktiv daran teilzunehmen, die Umwelt, unseren Wohnraum, so zu gestalten, dass er im Sinne der Nachhaltigkeit auch für zukünftige Generationen einen intakte Umwelt bietet. Die Aufgabe der Kommunikationsdesigner besteht darin aufzuklären, Wege zu zeigen für einen anderen Umgang mit Umwelt und gesellschaftlichen Problemen. Konzepte von Werbekampagnen ähnlich die der Firma DOVE zeigen neue Wege der Kommunikation. Diskutiert werden muss, welche psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen ein Entwurf hat. Diese sieht man beispielsweise an dem Slogan „Geiz ist geil“, der bedrohliche Folgen auf die Marktwirtschaft in Deutschland hat. Die Provokationsgestaltung der 90er sollte abgelöst werden durch eine „humanere“ Kommunikation, in der auch die Werbebranche eine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.
Die große Herausforderung an DesignerInnen des 21. Jahrhunderts stellt die Entwicklung von Produkten, die keine oder nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt haben. Anspruch und Chance zugleich ist es, nachhaltige Produktionsverfahren und Konsummuster in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken, nicht nur im Sinne der Ökologie sondern auch im Bezug auf ökonomische Anforderungen. Dazu können Produkt- und Kommunikationsdesigner einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Einbettung des Produkts in sein Umfeld ist im Bereich des ökologischen Designs besonders bedeutsam für die gestalterische Lösung. Gefragt ist eine Systemlösung, die durch konzeptionellen Charakter geprägt ist. Dieser Ansatz beinhaltet immer die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Das als Ergebnis formulierte Produkt soll selbst ein Lösungsweg sein, nicht ein bloß sich selbst exponierendes Produkt. Gepaart mit gestalterischem Können werden sich so neue und innovative Produkte ergeben, die in ihrer Material- und Formensprache neue Maßstäbe setzen können.
Noch in den 70er Jahren meinte man, es genüge, Einzelprodukte im Hinblick auf Herstellung und Gebrauch „gut“ zu gestalten. Diese Auffassung wurde von der Idee geleitet, dass durch die Addition gut gestalteter Produkte eine humane Umwelt entsteht. Dass dies jedoch ein Trugschluss sein kann, ist täglich beim Stau „gut gestalteter Autos“ oder beim Anwachsen der Müllberge zu beobachten. Die an der ökologischen Problematik geschulte Designauffassung löst sich von der Objekt-Orientiertheit und sieht das Gebrauchsgut im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang. Design ist dann Gestaltung von Nutzungszusammenhängen und im Bereich Kommunikationsdesign auch Gestaltung von Handlungszusammenhängen und Lebensprozessen; der Designer wird damit zum Vermittler oben genannter Definition der Ökologie: Er zeigt auf, wie alles mit allem zusammenhängt.
Ein Designer, der umweltorientiert gestalten möchte, braucht einen geistigen Hintergrund, vor dem seine Berufspraxis Profil gewinnt. Dieser Hintergrund wird an der ecosign/Akademie für Gestaltung vermittelt. Anregungen dafür erhält er nicht nur aus der Ökologie, sondern auch aus der Philosophie, der Ethik, der Designtheorie und der Designgeschichte. Die Umweltprobleme sind heute größer denn je. Dies ist mittlerweile auch bei breiten Bevölkerungsschichten angekommen und es ist vor allem auch in Industrie und Wirtschaft spürbar. Firmen melden sich freiwillig, um sich zertifizieren zu lassen (Öko-Audit), die Lebensmittelbranche setzt vermehrt auf biologische Lebensmittel, immer mehr mittelständische Firmen realisieren, dass sich eine effiziente und ökologische Produktionsweise auch ökonomisch positiv auswirkt, d.h. wir brauchen heute mehr denn je Gestalter, die sich dieser Thematik annehmen und die zukunftsorientiertes Design, also ökologisches Design anbieten.
Ökologisches Design konkret bedeutet demnach, im Produktbereich umweltschonende und ressourcensparende Rohstoffe zu verwenden, langlebige Produkte statt Wegwerfprodukte zu gestalten, Dematerialisierung zu betreiben, den Recyclinggedanken schon beim Entwurf miteinzubeziehen und auf Praktikabilität zu prüfen. Es bedeutet letztendlich Produkte zu gestalten, die wieder zur Antiquität werden dürfen, deren Wert mit dem Gebrauch steigt. Produkte also, die zu reparieren sind, die mit Pflege an die nächste Generation weitergegeben werden können und dort, wo dies nicht möglich ist, die kleinstmögliche Belastung für das Ökosystem anstreben – in der Herstellung, im Gebrauch und beim Recycling oder der Entsorgung.
Nun mag man sich fragen, was die Kommunikationsdesigner dabei für eine Rolle und Aufgabe übernehmen sollen. Diese wichtigen gesellschaftsverändernden Prozesse müssen kommuniziert werden. Ohne geeignete Information und Aufklärung ist es den Menschen nicht möglich, umzudenken, veränderte Sichtweisen und Positionen einzunehmen.

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