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Mittwoch, 23. August 2017

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Industrie, Lohas, Konsum und Lifestyle-Ökos

Grün ist schick geworden. Bis zu 40% aller deutschen Konsumenten werden heute von Marktforschern einem Lebensstil-Milieu zugerechnet, das sie mit dem Etikett LOHAS bezeichnen. Diese Abkürzung steht für den „Lifestyle of health and sustainability“. Gemeint ist damit die Einstellung einer wachsenden Zahl von Verbrauchern, die glauben, mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln die Welt verbessern zu können.


Kathrin Hartmann hat diese Konsumenten beobachtet, um die heute ein regelrechter Kult veranstaltet wird. Webcommunities, LOHAS-Magazine und die Reputationmanager der Industrie basteln an diesem Kult, der im Grunde darauf hinausläuft, politisches Denken durch Konsumidiotie zu ersetzen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls die zornige Journalistin, nachdem sie die deutschen Bionade-Biotope zwischen Tübingen und Berlin durchreist hat: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt. Enttäuschte Liebe. Kathrin Hartmann entlarvt die Eitelkeit der LOHAS. Aber bringt uns das weiter?

Sie hält der Ethik-Schickeria den Spiegel vor, hinterfragt die Verantwortungsrhetorik der Unternehmen und stürzt ausgewählte Helden der Nachhaltigkeit vom Sockel. Einer dieser Helden ist z.B. Karl Ludwig Schweisfurth, einst Besitzer des größten fleischverarbeitenden Unternehmens in Europa („Herta Wurst“). Nachdem er Herta an Nestlé verkauft hat, verwandelte sich Schweisfurth in einen Biobauern, er besitzt heute einen der eindrucksvollsten und idyllischsten Bio-Bauernhöfe in Deutschland. Einer seiner Söhne, Georg Schweisfurth, hat mit der Bio-Ladenkette „basic“ wesentlichen Anteil daran, dass heute „Bio für alle“ Wirklichkeit geworden ist. Was Kathrin Hartmann stört, ist die Tatsache, dass „Schweisfurth mit seinem Projekt nicht die Fleischwirtschaft geändert hat, sondern nur sich selbst.“
Der Aufruf „Wir sollten uns also lieber wieder an Bäume ketten anstatt von Autokonzernen welche pflanzen zu lassen“ klingt eher nach enttäuschter Liebe und romantischer Sehnsucht als nach politischer Verantwortung für Nachhaltigkeit. Kathrin Hartmann lebt in München, mittendrin in einer der saturierten Luxus-Kulturen des LOHAS-Lebensstils. Man kann es vielleicht schon verstehen, wenn sie sich ihr Unbehagen mal von der Seele schreiben musste. Aber damit sollte es auch gut sein. 

Obige Rezension von R.Häusler, dessen eigener Beratungsansatz der folgende Abschnitt gilt:

Kritik der grünen Vernunft
Unterwegs in ganz Deutschland, um Verantwortlichen aus Bildung, Tourismus, Wirtschaft, NGO's und Verwaltungen zu zeigen, wie sie den Nachhaltigkeitstrend in Deutschland nutzen und verstärken können - ein von der DBU finanziertes Projekt. Gute Absichten aber "Altes Denken" sollen Marketing-Instrumente schaffen, anstatt Erfahrungswissen und Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft zu fördern. Dem Verständnis von LOHAS.de steht dies diametral entgegen.
Siehe auch: Aufs Herz zielen und die Brieftasche treffen und andere Kommentare.



Die nachhaltige Szene in Deutschland verhält sich untereinander unsolidarisch
Frau Hartmann verwendet teilweise richtige Erkenntnisse im falschen Kontext und Verständnis. Viele ihrer Aussagen sind persönliche Einschätzungen und Behauptungen. Sie stösst diejenigen Menschen vor den Kopf, die als einer jener Gruppen zu bezeichnen sind, die neue Versuche und Experimente unternehmen, auch wenn diese Versuche Entwicklungsbedarf haben. Es wird auch impliziert, dass diese Menschen entweder vorsätzlich handeln oder manipuliert werden. Wobei die Frage im Raum steht, warum der Status Quo unseres bestehenden Wirtschaftssystems nicht aufgegriffen wird, die herrschenden Verhältnisse und der Durchschnittbürger nicht Gegenstand dieser Abhandlung wurde. Nein, da werden aufkeimende Versuche angekreidet, fast gar als sei das Risiko zu gross, neue Wege zu gehen, aus Angst die Mittel wären nicht ausreichend.

Der Tenor ist zu politisch und populistisch angelegt, die LOHAS Terminologie benutzt sie als Trittbrett um damit Aufmerksamkeit für ihr Unternehmen in Buchform zu erhalten, was teilweise legitim ist. Ganz klar hat sie einige gute Argumente aufgegriffen, die aber auch bei LOHAS.de selbst vertreten sind, dort aber in einem ganzheitlichen Kontext stehen. Die Anti-Haltung und der Kampf gegen die Unternehmen sollte durch Dialog, Transparenz und Konsumverzicht gelenkt werden, so daß die Notwendigkeit und Chance genutzt wird, ein gemeinsames Ziel zu erreichen, da wir alle im selben Boot sitzen. Frau Hartmann agiert aus der "alten linken Denke", was eigentlich schon Vergangenheit ist, aber das Neue Denken ist noch nicht etabliert. Sie nennt z.B. in ihrem Buch verschiedene auffällige Vertreter wie z.B. Utopia, die sie ebenfalls kritisiert. Ihr zweites Buch ist in Arbeit, Fortsetzung folgt...

LOHAS.de hat eine eigene kritische Meinung zu verschiedenen Entwicklungen, und zwar die, dass die Nachhaltigkeit inzwischen von Strategen aus Werbung, PR-Dienstleister und Wirtschaft mehr oder weniger verdeckt in die Hand genommen wurde.
Positiv zu bewerten ist, dass durch diese strategischen Akteure belegt ist, dass substanzielle Grundlagen einer Bewegung vorhanden sein müssen und Kontroversen zu einer Verbreitung der Thematik führen können: die rigide Hartnäckigkeit z.B. von Utopia, gepaart mit der Kompetenz einer Werbeagentur, die mit Strategie und Verführungskunst die Kruste der Gesellschaft und Wirtschaftskreise aufbrechen, wie mit einer Brechstange. Dies hätte wohl keiner besser machen können, aber die notwendige Fortsetzung müssen neue Akteure in die Hand nehmen oder sich öffnen bzw. selbst erneuern.... Tatsächlich ist die Kommunkations-Kompetenz aus erfolgreicher Agenturarbeit erwachsen, so macht sich Utopia auch zu eigen, auf einem Inseldenken des "strategischen Konsums" zu arbeiten, und betreibt mehr oder weniger das Ziel die Hoheit über nachhaltige Produktbewertungen zu gewinnen. Mit ihrem KnowHow als Kommunikationsexperten möchten sie damit Firmen-Kunden gewinnen. Darüber hinaus gibt es keine eigene Kompetenz, die nachhaltige Themen-Kreise der Wirtschafts- und Lebensbereiche bedienen könnte.


Die Bezeichnung "bewusster Konsum" liegt der erklärten Zielsetzung von LOHAS.de näher als die Strategie, da  bewusster Konsum erstens Ganzheitlichkeit bedeutet und zweitens dies nur der Einstieg für viele Menschen ist, die über den Ansatz Konsum eine Möglichkeit finden, alle Wirtschafts- und Lebensbereiche zu hinterfragen und neu zu bewerten. Siehe Jeremy Rifkin

Weitere Treiber dieser nachhaltigen Märkte ist eine Gruppe um das Genesis Institut und Prof. M. Yunus. Hinter den Kulissen ist Hans Reitz (Agentur circ / Wiesbaden) damit beschäftigt, Unternehmen wie BASF, adidas, SAP oder die FIFA in Social Business Projekte einzubinden, allerdings ohne die Prinzipen der Transparenz seiner sozialen Projekte zu wahren. > Blogeintrag

Zukunfstinstitut, Trendbüro, GDI Schweiz oder Betreiber verschiedener Umwelt- oder Nachhaltigkeitsplattformen sowie Teile der Bloggerszene setzen sich entweder aus Wirtschafts-Strategen, oder aus (teils ehemaligen) Betreibern von Agenturen oder PR-Profis zusammen. Dies ist nur begrüssenswert, wenn Transparenz und persönliche Werte der Schlüsselpersonen authentisch sind.

Die reale Gefahr, dass traditionelle Konzerne diesen Trend vereinnahmen wollen ist zwar offensichtlich, doch die Parameter einer gewaltigen Veränderung trifft uns alle und hier besteht auch eine grosse Chance, die z.B. Frau Hartmann in ihrer Abhandlung nicht erkennen kann...

Lassen wir uns von schönen Plattformen und guter Kommunikation blenden durch wissenschaftliche Grundlagen mit belastbaren Zahlenwerken, Studien und schöne Reden auf Nachhaltigkeitsveranstaltungen? Dies alles ist Status Quo, und die Fehlbarkeit kennen wir nun überdeutlich aus der Finanzkrise. Nun erweisen sich  tiefergehende Betrachtungen und die authentische innere Haltung als noch dringlicher. Neues Denken setzt sich zusammen aus einer erweiterten Sichtweise, und zeichnet sich aus durch Anerkennung verschiedener gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strömungen, durch Akzeptanz und echte Netzwerkfähigkeit sowie ethische Reife, die in unserem Kulturkreis trotz aller Bemühungen nur wenig sichtbar geworden ist.

Der Mensch im Mittelpunkt, der auch in Führungspositionen diese ethische Reife besitzt, kann nur mit "inneren Instrumenten" gemessen werden. Die Wahrnehmung dieser "Inneren Werte" gewinnt an Bedeutung und ist grundsätzlich jedem Menschen angeboren, und sollte wieder stärker verankert werden. Da genau dies durch einen evolutionären Wertewandel eingeleitet wurde, könnte es nun auf den gesellschaftlichen und politischen Ebenen unter der Forderung nachhaltigerLebensstile mit eingreiht werden, z.B. mit Massnahmen, die in die Bildung mit aufgenommen werden.
Anmerkung Hintergründe Global

Siehe auch: Future of Sustainable Lifestyles and Entrepreneurship

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