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Dienstag, 23. Mai 2017

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Textilmode - Green Fashion

 An jeder Ecke erhalte ich mittlerweile Bio-Lebensmittel. Die Supermärkte listen immer mehr Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau, in meinem Drogeriemarkt empfängt mich ein riesiges Regal mit Bio-Eigenmarken und selbst im Zug-Restaurant der Deutschen Bahn wird nun regelmäßig ein Bio-Gericht angeboten. Wie sieht es aber mit Mode + Bio-Kleidung aus? (Foto: Kuyichi)
 

Meine lange Suche nach "bio-öko-fairtrade" Klamotten

Früher war ich mindestens ein Mal im Monat auf der Suche nach Trends und Inspiration in Boutiquen und Textil-Ketten. Die Lektüre von Mode- und Lifestyle-Zeitschriften gehörte für mich ebenso dazu, wie sich mit Freundinnen über ins und outs, dos und don'ts der Fashion Welt auszutauschen. Heute lese ich neben der Vogue aber auch noch das Greenpeace Magazin, The Ecologist und den Öko-Test. Begriffe wie Nachhaltigkeit, FairTrade, bio, und öko haben im Laufe der Zeit für mich immer mehr an Bedeutung gewonnen. Den schnellen Shopping-Kick kann ich mir nicht mehr so einfach besorgen, denn mein ökologisches und soziales Gewissen läßt dies nun immer seltener zu. Es interessiert mich immer mehr, woher die Stoffe stammen, wie sie chemisch behandelt worden sind, wer, wo meine Kleidung unter welchen Umständen herstellt und welchen Transportweg die Ware zu meinem örtlichen Klamotten-Dealer genommen hat. Es gibt diverse Marken, die sich verschiedenen Aspekten dieser Thematik annehmen. Eine Auswahl möchte ich hier vorstellen:
Wem vor allem wichtig ist, dass die Mitarbeiter in den Hersteller-Ländern faire Löhne erhalten, der kann sich guten Gewissens bei American Apparel einkleiden. Die US-amerikanische Firma produziert klassische Baumwoll-Basics und Sport-Bekleidung in allen Farben und Formen "sweatshop-free" in Downtown Los Angeles.

Importierter Kleidung haftet oft dieser typische "Duft" an: Eine Mischung aus Pestiziden, Insektiziden, Apreturrückständen - Chemie eben. Das Öko-Tex Standard 100 Siegel setzt hier an. Das Zertifikat erhalten nur Kleidungsstücke, die bestimmte Höchstgrenzen an gesundheitsbedenkliche Chemikalien nicht überschreiten. Kindermode und Unterwäsche trägt häufig dieses Gütesiegel. Die Ware ist zwar damit immer noch nicht vollständig rückstandsfrei, aber immerhin machen sich die Hersteller Gedanken über die Auswirkung der Schadstoffreste auf unseren Organismus.

Möchte man Fashion aus unbehandelten Rohstoffen, wird man im Netz schnell fündig. Der bekannte Öko-Versand Hess Natur verarbeitet laut eigener Aussage zu 98% Bio-Materialien.
Unabhängige Institute kontrollieren auch hier regelmäßig den Schadstoffgehalt der Rohstoffe und des Endproduktes. Auch auf eine faire Produktion wird bei Hess Natur Wert gelegt. Viele Waren des Versandhandels tragen deshalb das Siegel des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft IVN zertifiziert - Naturtextil. Die Auflagen hier sind insgesamt strenger als beim Öko-Tex Standard 100 Siegel und es wird außerdem bereits im Rahmen des Produktionsprozess auf den Einsatz von Chemie verzichtet. True Fashion, ein Versand aus Freiburg, hat mehrere Anbieter im Angebot.: Misericordia Jacken aus den Slums von Peru oder Hüte und Mützen aus Naturwolle von Livity. Hier entdecke ich auch das holländische Label Kuyichi, das seine Jeans aus Bio-Baumwolle in Tunesien fertigen läßt. Die Löhne sollen fair sein und das Design ist Klasse. Preislich unterscheiden sich die Jeans nicht von anderen hochwertigen Marken-Jeans. Da ich die Hose anprobieren möchte, schaue ich bei meinem nächsten Berlin-Besuch bei Cherrybomb in der Oranienstraße 32 vorbei. Dort kaufe ich mir meine erste fairtradebioöko Kuyichi Jeans. Ich bin glücklich!    Linktip: Lohas-Blog - Eco Fashion
 
  Bildergalerie Stewart+Brown

Es gibt aber auch noch andere Materialien im Bio-Fashion-Segment. Die Hanfpflanze zum Beispiel ist robust und kann daher ohne chemische Hilfe unkompliziert in unseren Breitengraden kultiviert werden. Durch den ökologischen Anbau und die Herstellung der Kleidung in Deutschland wird viel CO2 eingespart, was sonst beim Transport emittiert würde. Kleidung und Rucksäcke aus Hanf kann man zum Beispiel auf www.hanfhaus.de bestellen. Bio, FairTrade und lokal ... alle Punkte abgedeckt, aber wo erhalte ich ökologisch korrekte Röcke und Kleider, Abendmode oder elegante Oberteile? Über eine Anzeige in The Ecologist werde ich auf www.adili.com aufmerksam. Der britische Online-Shop hat eine riesige Auswahl. Dort finde ich zum Beispiel ausgefallene Oberteile von Stewart & Brown, wunderschöne Seidentops von Alchem1st, farbenfrohe FairTrade Blusen von People Tree, schicke Bio-Unterwäsche von Ciel und eine große Auswahl an Schmuck und Acessoires. Das ansprechende Design der Seite und die gute Programmierung laden zum ausführlichen Stöbern ein. Hier macht Shoppen endlich wieder Spaß! Der einzige Wermutstropfen ist die weite Reise der Ware von Großbritannien nach Deutschland. Das widerspricht natürlich dem Gedanken von ökologisch korrektem Einkaufen. Es wäre mir viel lieber, ein entsprechendes Angebot "made in Germany" zu finden.
Bleibt nur zu Wünschen dass der Trend, der sich im Bio-Food Bereich schon durchgesetzt hat sich nun auch schnellstens auf die Mode-Branche auswirkt. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, sollten alle LOHAS auch eifrig ihre Wünsche bei den Unternehmen anmelden. Durch direktes Abfragen der Fakten in den Läden sowie durch E-Mails an die Hersteller können wir alle dazu beitragen, daß das Angebot an Bio- und FairTrade-Mode stetig erweitert wird. Die verstärkte Nachfrage wird so nach und nach unweigerlich eine größere Angebotspalette bewirken. Denn eines ist sicher: Konsum ist Macht!

Links:

http://www.kuyichi.com http://www.loomstate.org
http://www.adili.com/ http://www.ciel.ltd.uk
http://www.glore.de/ http://www.trippen-shoes.com
http://www.thenaturalstore.co.uk  http://www.stewartbrown.com

 

Autorin: Sabine Lydia Müller,
Inhaberin von SYMBIOSE EINS* (Kommunikationsberatung/PR )

 Einkaufsführer: www.lohasguide.de

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