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Samstag, 24. Juni 2017

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Die Lohas sind da! Wohnen zwischen Öko & Design

Nachhaltigkeit ist schick: Wie die Lohas die Wohnwelt verändern

Wenn Leonardo DiCaprio in seiner New Yorker Wohnung weilt, kann er mit ruhigem Gewissen auf den Hudson blicken. Das Riverhouse-Gebäude, in dem er eine Öko-Luxuswohnung gekauft hat, ist mit einem Nachhaltigkeitssiegel versehen. Das Regenwasser wird genutzt, Fotovoltaik-Anlagen sorgen für Strom, gesunde Farben für ein gutes Klima im Innenraum. Ganz unten im Appartementbau steht DiCaprios Hybridauto – auf einem eigens für solche Fahrzeuge reservierten Parkplatz. All das ist ihm wichtig, denn Leo ist ein „Lohas“, ein Anhänger des „Lifestyle of Health and Sustainibility“. Und er ist damit nicht allein. Neben vielen Promis, die auf Biofood, Naturkosmetik und Solarenergie schwören, zählen Trendforscher auch immer mehr Normalsterbliche zu dieser Gruppe.


Rund 30 Prozent der Bevölkerung sind laut deutschen Studien diesem Lebensstil zuzurechnen, der sich die Schlagworte Nachhaltigkeit, Ökologie, Gesundheit auf die Fahnen geheftet hat – aber genauso Genuss, Design, Individualität. Die moralischen Hedonisten, wie sie auch genannt werden, sind eine „Sowohl-als-auch-Klasse“, sagt Eike Wenzel, Chefredakteur des deutschen Zukunftsinstituts und Autor einer Lohas-Studie. „Sie steht für Verantwortung & Vergnügen, Gesundheit & Genuss“, so Wenzel. Trendforscher Harry Gatterer, Geschäftsführer der Lifestyle Foundation, ergänzt: „Und für Natur & Design, Tradition & Moderne, für Lokales & Globales.“

Wie Lohas wohnen wollen
Im Gegensatz zu den Öko-Freaks der 70er-Jahre definieren sie sich nicht nur über das Umweltbewusstsein, sagen die Experten. „Das war ein Trend der Außenseiter. Man musste alternativ sein, um als Öko zu gelten. Heute ist alternativ, wer kein Lohas ist“, so Gatterer. Außerdem wird den pragmatischen Lohas eine längere Verweildauer prognostiziert als ihren idealistischen Öko-Vorgängern. Trendforscher klassifizieren diesen Lebensstil nämlich nicht als kurzzeitigen Hype, sondern als langfristige gesellschaftliche Veränderungsbewegung, die sich durch alle Schichten und Einkommensstufen zieht.

„Es ändern sich die Werte“, sagt Wissenschaftler Thomas Benesch, der sich über medizinische Aspekte dem Thema Lohas angenähert hat. „In Österreich sind wir erst am Anfang.“

Nach den Bereichen Ernährung und Bekleidung schwappt der Lohas-Lebensstil – siehe Leos Loft – nun auch auf den Wohnbereich über. Passivbauten und energieeffiziente Technologien entsprechen den Ansprüchen der Vertreter ohnehin, Möbelhersteller und -häuser ziehen nach. Potenzial gibt es dabei vor allem auch im Luxussegment, immerhin „gehört die Kerngruppe der Lohas zu den Besserverdienern“, sagt Wenzel. Auswirkungen beim Wohnen sind bereits spürbar. „Eigentlich sind alle Produktgruppen betroffen“, berichtet Gatterer. Es gebe Wandfarben, die die Fotosynthese beherrschen, Parkettböden mit Luftfilter-Funktion und kompostierbares Geschirr. „Der Drang zum grünen Leben zeigt sich überall.“

Wie in den anderen Lebensbereichen auch, haben Lohas hohe Ansprüche an Gebäude und ihr Innenleben. Nachhaltig sollen die Produkte sein, und zwar in vielerlei Hinsicht: in Sachen Herstellung und Entsorgung. Kurze Transportwege sind genauso wichtig wie lange Lebensdauer. Und nicht zu vergessen: Design zählt! Öko-Möbel sollen keine Assoziationen zu Birkenstockschlapfen und Getreidemühlen hervorrufen, sondern mit inneren Werten und schickem Äußeren punkten – sowie mit innovativer Technik.

Keine Technikmuffel
„Lohas werden keine Lehmhütten bauen“, sagt Wenzel, „sondern Häuser, die auf dem letzten Stand der Technik sind. Sie legen viel Wert auf smarte Innovationen. Zum Beispiel solche – Stichwort Sofa mit WLAN-Zugang –, die Kommunikationsmedien in den Wohnbereich integrieren.“

Das Streben nach Wohlbefinden, Authentizität und Individualität beim Wohnen könnte auch kleinen Anbietern und Manufakturen, Ateliers und Handwerksbetrieben eine Renaissance bescheren, meint Christoph Hinderfeld, der mit der deutschen Zunft AG mehr Bewusstsein für nachhaltige und regionale Produkte schaffen möchte. „In Österreich könnte etwa die Meisterstraße, eine Vereinigung für Handwerkskultur, profitieren.“ Gatterer stimmt zu: „Gefragt ist Einzigartigkeit. Gerne vom Designer gleich ums Eck, aber bitte außergewöhnlich!“

Das Lohas-Luxusdomizil der Zukunft ist für den Trendforscher unter dem Begriff „Wohnen als Arznei“ zusammenzufassen. „Das Thema Luxus ist in den nächsten Jahren stark von der eigenen Gesundheit geprägt“, prognostiziert Gatterer. Die Wohnung, modern eingerichtet und ökologisch korrekt, fungiere dann als eine Art Energietankstelle oder Gesundheitstempel. Die Architektur der Lohas beschreibt er als grün, lichtdurchflutet und flexibel.

Eine schöne neue Welt für Immobilien- und Wohndesign-Unternehmen also? Möglicherweise – wenn die Produkte wirklich nachhaltig sind. Denn bewusstes Konsumieren, das Hinterfragen von Informationen, der Wunsch nach Transparenz gehören auch zu den Eigenschaften der Lohas. Man ist bereit, gutes Geld für das grüne Gewissen auszugeben, aber nur solange qualitativ auch alles stimmt. „Greenwashing“, also die Strategie, sich lediglich ein grünes Mäntelchen umzuhängen, wird von den Lohas rasch enttarnt.

Grünes Mäntelchen reicht nicht
Denn schließlich sei man, meint Hinderfeld, das undifferenzierte Konsumieren leid, es wird überprüft und recherchiert. Nicht zuletzt über das Internet, mit dem sich Hintergründe, Preise und Unterschiede zwischen einzelnen Angeboten schnell checken lassen. „Auch Social Networks sind hier hilfreich“, so Hinderfeld. Dort bekommt man schnell Antworten – wohl nicht von Leo, aber mittlerweile gibt es ja genügend andere Lohas.
 

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