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Sonntag, 20. August 2017

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Wie ernähren wir uns in Zukunft?

Ein in höchstem Maße interessantes und brisantes Thema, dem im 2-tätigen, internationalen Kongress  in der SPES Zukunftsakademie gemeinsam mit zahlreichen rennomierten und bekannten Wissenschaftern/innen und Experten/innen auf den Grund gegangen wurde. Denn diese Frage hat einen problematischen Hintergrund, der aktueller nicht sein könnte: Die Welternährungsorganisation der vereinten Nationen FAO hat die jüngsten Zahlen veröffentlicht.


Kongress-Nachlese: Wie ernähren wir uns in Zukunft?
Demnach ist die Zahl von 856 Millionen hungernder Menschen binnen eines Jahres um 170 Millionen Menschen gestiegen. Das bedeutet, dass auf unserem Planeten bereits 1 Milliarde und 20 Mio Menschen hungern oder schwer unterernährt sind.
Wie sieht das bei uns aus? Ein krasser Gegensatz! Ein einzelner Österreicher, Frau oder Mann, verzehrt im Laufe seines Lebens – und das sind nur Durchschnittswerte – 45 kapitale Schweine, 3 Stück Rindvieh und rund 1000 Hühner. Dazu kommt noch: Der steigende Fleischkonsum ist immens energieintensiv. Das führt neben der Zunahme zivilisatorischer Krankheiten, zu einem beachtlichen Anteil am CO2-Ausstoss und auch zur Flächenkonkurrenz mit den Entwicklungsländern. Sprich: Weil unsere Viehwirtschaft einen erhöhten Bedarf an Kraftfutter hat, importieren wir es aus dem Süden  – dort wird es auf riesigen Flächen angebaut und gefährdet die Subsistenzwirtschaft von hunderttausenden Kleinbauern. Auch die Tatsache, dass man für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch rund 15.000 Liter Wasser verbraucht, ist alarmieren, wenn man bedenkt, dass nur ein Prozent des globalen Wassers trinkbar ist und dass die globalen Konflikte angesichts des Klimawandels sich vor allem und zuerst am Thema Wasser entzünden.

Ergebnis des Kongresses, bei dem das Thema Ernährung von allen Seiten beleutchtet wurde, ist eine Liste von 12 Notwendigkeiten für mehr Ernährungssicherheit.

1) Solidarische Lebensweise:
a) Weniger tierische Lebensmittel
b) Weltweite Stärkung der kleinstrukturierten Bio-Landwirtschaft und der Kleinbauern/-bäuerinnen.
2) Auf allen Ebenen Allianzen schliessen: von lokal, Land, Bund bis EU, quer durch die Strukturen von NGOS bis zu politischen Institutionen (Parteien, Gewerkschaften, Kirchen) um Änderungen des Welthandelsregimes auf WTO-Ebene zu erreichen. Ziel ist ein Paradigmenwechsel (z.B.: in Richtung Biolandbau und Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe)
3) Ernährungssouveränität im Sinne eines Rechts auf Selbstbestimmung bei der Ernährung. Was man produziert und konsumiert soll man selbst entscheiden bzw. demokratisch entschieden werden und darf nicht vom Markt allein diktiert werden.
4) Der Wert kleinbäuerlicher Wirtschaft muss öffentlich bewusst gemacht werden. Die kleinbäuerliche Wirtschaft ist im Süden Subsistenzwirtschaft und spielt bislang zu wenig Rolle bei den internationalen Strategien zur Bekämpfung des Hungers.
5) Es braucht in der Gesellschaft eine breite öffentliche Wertediskussion als Grundlage für politische Entscheidungsfindungen in Richtung Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung.
6) Das Recht auf Nahrung soll ein Recht werden, das einklagbar wird. Die Norm soll rechtsverbindlich sein.
7) Motivation zu und Information über neue sinnstiftende Arbeit sichtbar machen.
8) Öffentlich sichtbare Vernetzung und nachhaltige Zusammenarbeit unterschiedlicher AkteurInnen im Hinblick auf die Selbst-Sorge und die allgemeine Versorgung.
9) Kochen als Grundfertigkeit im Bildungskanon (an Schulen u.a.) verankern.
10) Neue Konzepte für einen nachhaltig-alltagstauglichen Genuss entwickeln.
11) Tischgenossenschaften statt Wirtschaftswachstums-Aberglauben (Es ist notwendig dem kranken Wirtschaftssystem neue Werte zu geben, um dem ressourcenorientierten Wachstum entgegenzuwirken)
12) Veränderungen des Lebensstils kann nur von einem selbst ausgehen, ungeachtet zusätzlicher Politischer Rahmenbedingungen (strenges Klimaschutzabkommen)

Ziel ist es, diese 12 Notwendigkeiten in die jeweiligen Fachgebiete zu übernehmen und somit einen Schritt in die Richtige Richtung zu setzen. Denn, wie der Kongressorganisator DI Wolfgang Mader von der SPES Zukunftsakademie bereits in seiner Begrüßung feststellte: Jeder kann ganz einfach feststellen wie viele Kerne ein Apfel hat – doch es ist unmöglich herauszufinden, wie viele Äpfel aus einem Kern entstehen. Hoffen wir also, dass dieser Kongress viele Früchte hervor bringt.

Weiterführende Informationen sowie die Präsentationen vieler ReferentInnen finden Sie unter:

http://speskongress.wordpress.com


Referent/innenliste:

Dr. Franz Fischler, Vorsitzender des Ökosozialen Forums

Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber, Landbauexperte der TU München

Univ.Prof.in Dr.inphil. Helga Kromp-Kolb, Klimatologin an der Universität für Bodenkultur

David Matern, World Food Programme

Mag.a Alexandra Strickner, Mitbegründerin und Obfrau von Attac Austria

Prof. Dr. Frithjof Bergmann, Philosoph, USA

Dr. Karl von Koerber, lehrt nachhaltige Entwicklung an der TU München

Mag.a Hanni Rützler, Ernährungswissenschafterin, Gründerin und Leiterin des futurefoodstudio

Dr.in Petra C.Gruber, Geschäftsführerin des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung

Univ.-Prof.in Dr.in Martina Kaller-Dietrich, Univeristät Wien

Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung

Univ.-Prof. Dr. Thomas Mohrs, Institut für Gastrosophie, Uni Salzburg

Dlin  Gertrude Klaffenböck, FIAN, Task Group Recht auf Nahrung

DIin Karin Okonkwo-Klampfer, Geschäftsleiterin ÖBV-Via Campensina

PD Dr.in Elisabeth Meyer-Renschhausen, Freie Uni Berlin
 

Dr. Christian Dörfel

Rückfragehinweis:

Katharina Haider
SPES Zukunftsakademie
Panoramaweg 1, 4553 Schlierbach

Tel. 07582 82123-80
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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